Wir für den Menschen

Verabschiedung

Würzburg I 01.05.2019

Gisela Gold übergibt die Leitung der renommierten Schule an ihren langjährigen Stellvertreter Stefan Kolbert. Zusammen mit seinem neu formierten Schulteam freut er sich auf zahlreiche Bewerber für den nächsten Kurs, der im Herbst die dreijährige Ausbildung beginnen wird.

Am 1. Mai 2019 ging in der Würzburger Kapuzinerstraße eine Ära zu Ende: Gisela Gold verabschiedete sich nach 45 Berufsjahren in den Ruhestand. „Net zu lang halt" wünschte sie sich typisch fränkisch die Abschiedsreden beim Sektempfang in der Krankenpflegeschule. Davor hatte Pfarrerin Susanne Wildfeuer in der St.-Johannis-Kirche den Segen für den neuen Lebensabschnitt gegeben. Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt, um sich bei ihr zu bedanken und sie beim Schritt in den nächsten Lebensabschnitt zu begleiten. Allen voran Generaloberin Edith Dürr, Vorstandsvorsitzende der Schwesternschaft München vom BRK e.V., die Gold nicht nur als berufliche, sondern auch als private Weggefährtin kennen und schätzen gelernt hatte.

In ihren Abschiedsworten ließ Dürr dann auch ihren Werdegang Revue passieren, der am 1. April 1974 in Würzburg mit der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester begonnen hatte. Nach praktischen Erfahrungen in der Rotkreuzklinik in Würzburg folgte bald die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung und Lehrerin für Pflege. Vor ziemlich genau 20 Jahren übernahm sie die Schulleitung der Krankenpflegeschule Würzburg, einer Schule, die über die Grenzen von Würzburg für ihr hohes Niveau bekannt ist. Seither hat sie mit Elan und Kompetenz unzählige Pflegefachkräfte während der dreijährigen Ausbildung begleitet und ihnen den Start in eine berufliche Zukunft mit ausgezeichneten Perspektiven ermöglicht.

Auch ihr langjähriger Kollege und Nachfolger Stefan Kolbert konnte nach 23-jähriger „eheähnlicher" Zusammenarbeit nicht umhin, die in den Ruhestand gehende Gold für ihre schülerzentrierte Arbeit ausführlich zu würdigen. „Die Schulen sollen Wissen und Können vermitteln sowie Geist und Körper, Herz und Charakter bilden", zitierte er aus dem Bayerischen Unterrichts- und Erziehungsgesetz. Zeit, um Herz und Charakter ihrer Schüler zu bilden, fand Gold immer. Kolbert bewunderte neben ihrer pädagogischen Kompetenz, ihrer Ausstrahlung und ihrem Humor auch Golds Fähigkeit, sich im Zusammenhang des menschlichen Miteinanders fast alles merken zu können. Er vermutete, „dies liege daran, dass Frauen eine breitere Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften besitzen und deshalb nicht ganz so binär denken als Männer." Besonders bedankte er sich für den Anstand, den Gold auch in schwierigen Zeiten immer wieder hat walten lassen und der ihr bei den Schülern, aber auch im ganzen Kollegium Ansehen und Vertrauen eingebracht hat. „Mit Gold geht eine Vollblut-Rotkreuzschwester, die unsere Ideale nach innen und außen vertreten hat und damit nicht nur die Glaubwürdigkeit unserer Institution beschützt hat, sondern auch immer ein Vorbild für unseren Nachwuchs war." Als Würdigung all ihrer Verdienste kündigte er die Enthüllung ihres Bildes auf einem speziellen Ehrenplatz der Schule an. Mit einem augenzwinkernden „So behältst du alles im Blick und kannst immer sehen, wenn einer der Auszubildenden zu spät kommt", wünschte Kolbert von Herzen alles Gute für den Ruhestand. Mit einem ergreifenden, selbst getexteten Lied der Schüler endete die offizielle Verabschiedungsfeier und leitete in den geselligen Teil über.